Beispiele für Flucht- und Rettungspläne

 

Flucht-

und Rettungsplan

           nach der DIN ISO 23601

Ein Flucht- und Rettungsplan dient der vereinfachten Vermittlung von relevanten Flucht- und Rettungswegen, über die Evakuierung und über Brandbekämpfungseinrichtungen in öffentlichen oder gewerblichen Gebäuden sowie in festgelegten baulichen Anlagen. Er ist bewusst auf die Benutzung möglichst weniger Worte zur Verständigung beschränkt. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheitsausstattung einer baulichen Anlage und spielt eine wichtige Rolle für die Brandschutz-Dokumentation. In dem er Menschen helfen soll, sich selbst über die Fluchtwege in einer baulichen Anlage zu informieren, ergänzt er das Sicherheitsleitsystem einer baulichen Anlage.

Die Zunahme von globalem und internationalem Handel und Verkehr, sowie die Mobilität von Arbeitskräften erfordert eine inzwischen international vorgeschriebene einheitliche Kommunikation von Sicherheitsinformationen für die Benutzer von baulichen Anlagen. Ein solcher Plan soll bei einem Notfall bzw. Unfall oder Brand den gekennzeichneten Weg zum nächstmöglichen Ausgang ins Freie bzw. zu einem sicheren Ort anzeigen und enthält zusätzlich Regeln für das Verhalten bei Unfällen und im Brandfall.

Er ist in öffentlichen Bereichen und am Arbeitsplatz an gut sichtbaren Stellen (z. B. Eingangsbereiche, Treppenhäuser, Hauptzugänge zu den Geschossen, Flure, an geeigneten Versammlungsorten z.B. Cafeterias, Bürozentren, Treffpunkten, Schlafräume in Hotels) und bei großflächigen Anlagen dauerhaft anzubringen.

Ein Flucht- und Rettungsplan ist ein aufs Wesentliche reduzierter Grundriss eines Geschosses bzw. Lageplan einer großflächigen Anlage. Er muss folgende grafische Darstellungen enthalten und immer farbig angelegt sein:

  • Gebäudegrundriss
  • Verlauf der Flucht- und Rettungswege
  • Lage der Notausgänge
  • Lage und Art der Notfall- und Rettungsausrüstung, z.B. Notfalltelefon, Brandtelefon, Brandmelder, Erste- Hilfe-Einrichtungen
  • Lage der Brandbekämpfungseinrichtungen, z. B. Feuerlöscher, Wandhydranten, Löschschläuche
  • Lage der festgelegten Sammelplätze für die flüchtenden Benutzer einer baulichen Anlage
  • Standort des Betrachters
  • Verhaltensregeln bei Unfällen und im Brandfall
  • Legende über die angewendeten Sicherheitszeichen, graphischen Symbole und Farbcodes

Die Darstellung der Flucht- und Rettungspläne erfolgt nach DIN ISO 23601 und die Symbole nach der DIN EN ISO 7010.

Gebäude, welche einen Flucht- und Rettungsplan benötigen, wären z.B. Hotels, Herbergen, Kinos, Einkaufszentren, Discounter, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime, öffentliche Gebäude, Bäder, Sportstätten, Lagerhallen, Industriegebäude usw. ...

 

Ein Auszug aus der Arbeitsstättenverordnung der Bundesrepublik Deutschland (ArbStättV):

§ 4 Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten

(4) Verkehrswege, Fluchtwege und Notausgänge müssen ständig freigehalten werden, damit sie jederzeit benutzt werden können. Der Arbeitgeber hat Vorkehrungen zu treffen, dass die Beschäftigten bei Gefahr sich unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Der Arbeitgeber hat einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern. Der Plan ist an geeigneten Stellen in der Arbeitsstätte auszulegen oder auszuhängen.

 

Ein Auszug aus der Beherbungsstättenverordnung (BStättV):

§ 11 - Freihalten der Rettungswege, Brandschutzordnung, verantwortliche Personen

(2) In jedem Beherbergungsraum sind an dessen Ausgang ein Rettungswegplan und Hinweise zum Verhalten bei einem Brand anzubringen. Die Hinweise müssen auch in den Fremdsprachen, die der Herkunft der üblichen Gäste Rechnung tragen, abgefasst sein.

(3) Für Beherbergungsstätten mit mehr als 60 Gastbetten sind im Einvernehmen mit der für den Brandschutz zuständigen Dienststelle

1. eine Brandschutzordnung zu erstellen und

2. Feuerwehrpläne anzufertigen; die Feuerwehrpläne sind der örtlichen Feuerwehr zur Verfügung zu stellen.

 

Ein Auszug aus der Verkaufsstättenverordnung (VkV)

§ 27 - Brandschutzordnung

(3) Im Erdgeschoß sind an gut sichtbarer Stelle ein Lageplan und Grundrisspläne aller Geschosse anzubringen. In den Plänen sind die Rettungswege, die für die Brandbekämpfung freizuhaltenden Flächen, die Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen, die Löschwasserversorgung und die Bedienungseinrichtungen der technischen Anlagen einzutragen. Eine Fertigung der Pläne ist der örtlichen Feuerwehr zu überlassen.

 

 

 

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