Prüfung von Brandschutztüren

 

Brandschutztüren

           nach DIN 14677 und ASR A1.7

Von der Funktionsfähigkeit der Feuerschutzabschlüsse kann im Brandfall das Leben der Gebäudenutzer und der Rettungskräfte abhängen. Trotzdem scheinen viele Betreiber von Immobilien der Meinung zu sein, dass Türen nur eingebaut werden müssen – und dann jahrzehntelang ohne weiteres funktionieren. Wartungen sind jedoch notwendig, sinnvoll und letztlich auch kostensparend.

Feuerschutzabschlüsse sind elementare Bausteine des baulichen Brandschutzes. Ihre Aufgabe ist es, den Raumabschluss zu gewährleisten – also die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern – und die sichere Rettung von Personen zu ermöglichen.

Die Lebenszykluskosten solcher Bauteile werden in der Projektphase eines Bauwerkes, insbesondere in der Planungsphase, bestimmt. Kostengünstig im Sinne der Beschaffung heißt hier nicht immer kostengünstig über die gesamte Nutzungsphase. So erhöhen z.B. günstige Beschlagteile in Verbindung mit hoher Nutzungsfrequenz die Ausfallwahrscheinlichkeit und somit die Wartungs- und Instandsetzungskosten.

Wartung bezeichnet, vereinfacht formuliert, die Funktionsprüfung eines Bauteiles mit anschließender Rückmeldung über den Funktionszustand. Sie soll den Lebenszyklus eines Bauelementes maximal ausdehnen, bedeutet aber ausdrücklich keine Instandsetzung: Durch Wartung werden Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit zunächst festgestellt, erst die Beseitigung dieser Beeinträchtigungen ist Gegenstand der Instandsetzung. Wartung heißt also "geht oder geht nicht".

Ist die Wartung überflüssig?

Zuweilen halten Betreiber Wartungen für überflüssig oder gar für Geldmacherei: Die fraglichen Türen hätten im Rahmen des Zulassungsverfahrens schließlich erfolgreich eine Dauerfunktionsprüfung absolviert – das müsse reichen. Es stimmt zwar, dass Feuerschutzabschlüsse eine Dauerfunktionsprüfung bestehen müssen – für Feuerschutztüren werden bauaufsichtlich 200.000 Zyklen gefordert. Diese vermeintlich hohe Zahl relativiert sich aber schnell, wenn man auf Basis täglicher Nutzungsfrequenzen nachrechnet: Bei Feuerschutztüren in Bürogebäuden mit Publikumsverkehr werden tägliche Nutzungsfrequenzen von 500 Zyklen und mehr erreicht. Bei einer 5-Tage-Woche ergibt sich so eine jährliche Nutzungsfrequenz von mehr als 130.000 Zyklen. 65 % der Dauerfunktionsprüfung sind dann bereits nach einem Jahr erreicht.

Die Wartungshäufigkeit von Türen ist also der vermuteten Nutzungsfrequenz anzupassen. Nur dann kann der Lebenszyklus des Bauelementes maximal ausgedehnt werden. Ein höherer Wartungszyklus erhöht zwar die Wartungskosten, reduziert jedoch die Instandsetzungskosten, da die Instandsetzung nicht erst bei einem totalen Funktionsausfall des Bauelementes erfolgen muss.

Brandschutztüren brauchen eine regelmäßige Wartung!

In Deutschland obliegt es jedem selbst, seine Brandschutztüren warten zu lassen, denn es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Wartungspflicht. Dies gilt allerdings nur für Brandschutztüren ohne Feststellanlagen. Es gibt allerdings einige Punkte, weswegen Sie auf jeden Fall dazu angehalten sein sollten, Ihre Brandschutztüren unbedingt warten zu lassen.

  • Sie als Eigentümer sind dafür zur Rechenschaft zu ziehen, wenn gegenüber einer dritten Person Schäden entstehen, die auf eine Brandschutztür mit Funktionsstörung zurückzuführen sind. Sie haften also als Eigentümer in unbegrenzter Höhe aus dem Gesichtspunkt der Verletzung der Verkehrssicherungspflicht in Ihrem Gebäude.
  • Auch wenn es keine gesetzliche Verpflichtung zur Wartung gibt, kann die Baubehörde zu jeder Zeit und nach Feststellung einer in ihrer Funktion gestörten Funktion Maßnahmen ergreifen, die der Gefahrenabwehr dienen. Dies kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass eine Nutzungsuntersagung für das entsprechende Gebäude ausgesprochen werden kann.
  • Eine Gewährleistung jeglicher Art ist zu jeder Zeit dann ausgeschlossen, wenn vorhandene Mängel auf eine nicht ausreichende Wartung zurückzuführen sind.
  • Wenn eine Brandschutztür nur eingeschränkt funktioniert kann dies auch dazu führen, dass die Feuerversicherer eine Leistungsfreiheit erhalten.

 

Ein Auszug aus der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV):

§ 4 - Besondere Anforderungen an das Betreiben von Arbeitsstätten

(3) Der Arbeitgeber hat die Sicherheitseinrichtungen, insbesondere Sicherheitsbeleuchtung, Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen, Signalanlagen, Notaggregate und Notschalter sowie raumlufttechnische Anlagen instand zu halten und in regelmäßigen Abständen auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen.

 

Ein Auszug aus der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A1.7):

10.2 Sicherheitstechnische Prüfung

Brandschutztüren und -tore sind nach der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung bzw. dem Prüfzeugnis regelmäßig zu prüfen, damit sie im Notfall einwandfrei schließen (z. B. Feststellanlagen einmal monatlich durch den Betreiber und einmal jährlich durch den Sachkundigen).

 

Ein Auszug aus der DIN 14677

5.1 Instandhaltung

Zeitintervall zwischen 2 Wartungen bei Feststellanlagen darf höchstens ein Jahr betragen.

 

 

 

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